80 Jahre (2010) ASV "Mittlere Nied" Hemmersdorf

 

Die Geschichte des
ASV „Mittlere Nied“ Hemmersdorf e.V.

Die Nied wurde früher von den Uferanliegern, denen allein dieses Recht zustand, befischt. Aus verschiedenen Gründen wurde das Fischereirecht an die örtliche Behörde übertragen. Um die Jahrhundertwende wurde der saarländische Teil der Nied in drei Fischereibezirke aufgeteilt:
- in den Bezirk Siersburg mit Eimersdorf und Rehlingen
- in den Bezirk Hemmersdorf
- und in den Bezirk Niedaltdorf
Die jeweilige Banngrenze bildete auch die Fischereigrenze. Die Fischereinutzung wurde als Erwerbsfischerei öffentlich meistbietend auf mehrere Jahre verpachtet. Der Fischfang war mit allen heute verbotenen Fanggeräten: wie Wurfnetz, Hebenetz, Stellnetz usw. erlaubt. Es durfte von Land und mittels Kähnen gefischt werden. Der Pächter konnte, soweit er nicht persönlich und allein die Fischerei ausübte, sie durch Gehilfen ausüben lassen. Die Angelfischerei in der heutigen Form kannte man damals noch nicht. Besatz war wegen des überaus reichen Fischbestandes nicht erforderlich. Die Fischbeute (30 bis 40 Pfund waren damals keine Seltenheit) wurde zum Teil in Dillingen und Umgebung verkauft.
Einzelpächter der Niedfischerei Hemmersdorf waren zu dieser Zeit:
- Von 1902 – 1905 Heinrich Bier, Kalkwerkbesitzerra
- Von 1906 -1918 Jacob Jacob, Gastwirt
- Von 1919 – 1931/32 Nikolaus Mroll, Landwirt.
Der jährliche Pachtpreis betrug etwa 100,- RM (Reichsmark). Nachdem der letzte Pachtvertrag abgelaufen war und kaum ein Interesse an dieser Art der Fischerei bestand, teilte man zum zwecke der Neuverpachtung den Fischereibezirk A der Nied in Hemmersdorf als Sportfischerei in vier Lose, jeweils einseitiges Ufer. Das Fischen mit Netzen und Kähnen wurde nicht mehr zugelassen.
Es hatte sich inzwischen bei den Hemmersdorfern ein großes Interesse am Angelsport entwickelt, das zur Gründung eines Angelsportvereins führte. Zu diesem Zwecke trafen sich am 19. Dezember 1930 im Gasthaus Bettinger, Inhaber Peter Dauster und 38 sportbegeisterte Männer und gründeten den Angelsportverein „Mittlere Nied“ Hemmersdorf.
In den ersten Vorstand wurden gewählt:
- 1.Vorsitzender: Johann Peter Jacob, Landwirt
- 2.Vorsitzender: Paul Gerard, Gipser
- Schriftführer: Franz Hirschauer, Gipser
- Kassierer: Peter Dauster, Gastwirt
- Stellvertr. Kassierer: Alouis Conrad, Plattenleger
- Inventarverwalter: Nikolais Meguin, Gipser.
Am 22. Februar 1932 wurde der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Saarlouis eingetragen.
Nun war der Angelsportverein da, aber es fehlte das Sportwasser, also ein Sportverein ohne Sportplatz. Als dann am 22. März 1932 die vier Lose der Niedfischerei zur öffentlichen Verpachtung kam, pachtete der Verein davon folgende zwei Lose:
LosII: Nied rechtsseitig, von der Niedaltdorfer Banngrenze bis Niedbrücke und Los IV: Nied rechtsseitig, von der Niedbrücke bis Banngrenze Büren zum Gesamtpreis von ffrs. 2.200,-
Es waren für diese zwei Teilstrecken 36 Jahreserlaubnisscheine zugestanden. Die übrigen Lose wurden wie folgt zugeschlagen:
Los I: Nied linksseitig, von der französischen Landesgrenze bis Niedbrücke an Fritz Matthern, Friseumeister, Dillingen, zur Jahrespacht von ffrs. 1.600,-. Es durften 20 Jahreserlaubnisscheine ausgestellt werden.
Los III: Nied linksseitig, von der Niedbrücke bis Banngrenze Büren an Heinrich Gellenberg – zum Jahrespachtpreis von ffrs. 2.400,-. Weil der Pachtpreis gegenüber den anderen Losen verhältnismäßig hoch war und nur 16 Jahreserlaubnisscheine ausgestellt werden durften, wurde der Pachtpreis auf ffrs. 1.600,- ermäßigt.
Die Pachtzeit aller Verträge lief drei Jahre, vom 1. April 1932 – 31. März 1936. Es entwickelte sich nun ganz schnell ein großes Interesse und eine echte Liebe zum Angelsport. Nach kurzer Zeit zählte der Verein über 70 aktive Mitglieder, die aber leider nicht alle mit Jahresscheinen bedacht werden konnten.
Am 31. Dezember 1935 wurden alle Verträge, soweit die nicht von den Pächtern selbst gekündigt worden waren, vom Verpächter zum 1. April 1935 gekündigt. Es erfolgte vorerst keine weitere Verpachtung mehr. Mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde und des damaligen Reichsbundes Deutscher Sportfischer wurden die Jahreserlaubnisscheine vom Amtsbürgermeister selbst ausgegeben, und zwar an die Angelsportvereine, welche dem Reichsbund angehörten.
Der Reichsbund setzte sich besonders für bessere Hege und verstärkten Besatz, den er vermittelte und auch bezuschusste, ein. Es wurden im Jahre 1936 im Bezirk Hemmersdorf eingesetzt
10.000 Makrelen, 50.000 Döbel, 10.000 Rotaugen, 5.000 Aalbrut, 6.000 Rotaugen-Setzlinge
Auf Anregung des Gaugewässerwartes wurde in der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 23. März 1942 einstimmig beschlossen, die gesamte Niedfischerei in Pacht zu nehmen, um endlich ein ausreichendes Sportwasser zu haben und so alle Mitglieder des Vereins mit Erlaubnisscheinen ausstatten zu können. Dies geschah mit Pachtvertrag vom 16. Oktober 1941. Nach Ablauf wurde er jeweils für drei Jahre verlängert. Der Pachtpreis betrug 500,- RM jährlich, der Jahresschein kostete 10,- RM.
Im 2. Weltkrieg entstand der Niedfischerei infolge von Sprengungen usw. sehr großer Schaden. Dazu kamen von Zeit zu Zeit Verschmutzungen durch Industrieabwässer, wodurch streckenweise in großer Zahl Fische und andere Wassertiere starben. Auch die Wasserpflanzen wurden zum Absterben gebracht, wodurch den Fischen die natürliche Nahrung entzogen wurde. Wo frührer die schönen weißen und gelben Wasserrosen blühten, war hier und da nur noch ein fauler Stengel oder ein faulendes Blatt zu finden.
Nach den Mitgründer und ersten Vereinsvorsitzenden Johann Peter Jacob übernahm Franz Hirschauer die Führung des Vereins. Dieser wurde in den Jahren 1939/40 von Johann Grüneisen abgelöst, welcher bis Kriegsende 1945 im Amt war.
Nach den Anordnungen der Besatzungsmacht musste der Verein neu gegründet bzw. neu organisiert werden. 1. Vorsitzender wurde der damalige Kommissar Karl Weber. Als dieser 1946 fortzog, führte der langjährige 2. Vorsitzende Nikolaus Meguin die Geschäfte des Vereins bis zur Generalversammlung im Herbst 1946, in welcher Alfons Weber zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Seiner tatkräftigen und umsichtigen Vereinsführung, die sich über 20 Jahre erstreckte, ist vieles zu verdanken. In der damaligen Zeit war die Nachfrage nach Angelscheinen nicht so groß wie heute. Von den 70 dem Verein zur Verfügung stehenden Jahresscheinen wurden nur 60 ausgegeben, und zwar 30 an einheimische und 30 an auswärtige Angler. 10 Scheine blieben übrig, da sich keine Interessenten hierfür fanden. Im Laufe der Jahre stieg die Nachfrage nach Erlaubnisscheinen der Einheimischen derart an, dass im Jahre 1949 die ersten auswärtigen Angler aus dem Verein austreten mussten.
Im Jahre 1966 stellte Alfons Weber sein Amt zur Verfügung, an seine Stelle trat Nikolaus Jung, der im Herbst 1969 zurücktrat. Sein Nachfolger wurde für ein Jahr Engelbert Jung. Von 1971 – 1982 leitete wiederum Nikolaus Jung als 1. Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Ab diesem Zeitpunkt war Nikolaus Jung Ehrenvorsitzender des ASV Hemmersdorf. Nach Nikolaus Jung wurde in das Amt des 1. Vorsitzenden Manfred Blanchebarbe gewählt. Er führte die Geschicke des Vereins von 1982 - 2001 über viele Jahre mit sehr viel Engagement. Danach wurde als neuer Vorsitzender der langjährige Kassierer Schütz Richard gewählt. Gleichzeitig wurde zum ersten mal in der Geschichte des Vereins, im Januar 2001 eine Frau in den Vorstand gewählt. Frau Jolande Schütz übernimmt das Amt des 2. Vorsitzenden. Leider verstarb Frau Schütz unerwartet Ende Juni 2002. Bedingt durch den plötzlichen Tod seiner Frau legte Herr Schütz Richard sein Amt als 1. Vorsitzender des ASV Hemmersdorf nieder. Die Geschäfte des Vereins wurde bis zur Generalversammlung im Januar 2003 von den restlichen Vorstandsmitgliedern weitergeführt. in 2003 wurde dann zum neuen Vorsitzenden Helmut Soester gewählt. Helmut Soester führte den Verein als 1. Vorsitzenden mit großer Begeisterung bis zum Ende des Geschäftsjahres 2009, als er sein sein Amt zur Verfügung stellte. In der darauffolgenden Jahreshauptversammlung, wurde dann Herbert Becker im Amt des 1. Vorsitzenden durch die Versammlung bestätigt.

Im Laufe des Bestehens des Vereins steigerte sich die Mitgliederzahl auf derzeit 165. Die 1976 gegründete Jugendgruppe besteht zur Zeit aus 30 Mitgliedern. Der Verein kam auf rege Aktivitäten in den vergangen Jahre zurückblicken. Er feierte 1970 sein 40-jähriges Vereinsjubiläum. 7 Jahre später richtete er das Verbandsfischen des Saarländischen Sportfischerverbandes aus. Über 300 Sportfischer aus 27 Vereinen fingen damals mehr als 3 Zentner Fische. Auch das Jugendfischen 1979 war ein großer Erfolg für den Verein. Der Verein feierte 1980 sein 50-jähriges Vereinsjubiläum. Seit 1984 wurden in den vergangenen Jahren 3 Hege und Freundschaftsfischen mit großer internationaler Beteiligung durchgeführt.
Auf Betreiben des ASV Hemmersdorf wurde 1985 erstmals ein Gemeindepokalfischen ausgetragen, das seit dieser Zeit zu einer regelmäßigen Veranstaltung in der Gemeinde wurde. Der war auch der erste Gewinner dieses Fischens. Nicht unerwähnt sollen auch die jährlichen vereinsinternen Hege- und Freundschaftsfischen bleiben.
Einen schweren Rückschlag erlitt der Fischbestand 1976 durch ein großes Fischsterben, das vermutlich klimatisch bedingt war, wenn auch letzten Endes die Ursache bis heute nicht geklärt werden konnte. Durch jährlichen Fischbesatz versuchte der Verein diese Verlauste auszugleichen, wurden doch seit 1976 ca. 400 Zentner Fische eingesetzt.
Es besteht ein ausgeglichener Friedfischbestand: die nicht eingesetzten Fischarten, wie Barbe, Döbel, Hecht sind ausreichend vorhanden. Die vom Aussterben bedrohten Fischarten (Rote Liste) wie Gründling und Elritze sind heimisch. Auf Empfehlung von Fischereifachleuten wurden im Jahre 1990 erstmalig Bachforellensetzlinge eingebracht. Im Herbst des gleichen Jahres erfolgte dann noch ein Besatz mit Äschensetzlingen.
Durch verschiedene Maßnahmen z.B. durch die Anlegung eines Schmutzwassersammlers entlang der Nied wurde die Wasserqualität erheblich verbessert. Zur Überprüfung der Wasserqualität wurde im Jahre 1984 ein Wasserprüfkoffer angeschafft. Hierdurch wird die Wasserqualität jährlich durch mehrere Kontrollen analysiert. Die Wassergüte biete für die heimischen Fischarten einen idealen Lebensraum.
Im Rahmen der innerörtlichen Vereinsgemeinschaft nahm der ASV Hemmersdorf regelmäßig an den Veranstaltungen „ein Dorf spielt Tischtennis“ teil. Und schnitt bei diesen Veranstaltungen sehr gut ab. Der Wanderpokal „Ein Dorf spielt Fußball“ ist nach dem Gewinn in den Jahren 1987, 1988 und 1989 im Besitz des ASV Hemmersdorf. Der ASV Hemmersdorf nimmt mit großem Erfolg an regionalen und überregionalen Fischen teil.
Der Verein feierte 1990 sein 60-jähriges Vereinsjubiläum. Da das internationale Freundschaftsfischen zum Jubiläum ein voller Erfolg war, wurde dies in den folgenden Jahren noch einige Male wiederholt. Auch wurden in denn letzten Jahren Vereinsausflüge zu verschiedenen Zielen veranstaltet.
Im Jahre 1998 wurde die Angel-Interessengemeinschaft Rehlingen-Siersburg gegründet. Ziel dieser AIG ist es, die Interessen der in der Gemeinde ansässigen Angelsportvereine zu vertreten. Ebenfalls werden Erfahrungen ausgetauscht. In der AIG sind mehr al 1000 Angler organisiert.
Laut Gesetz musste ab dem Jahre 1996 eine Fischereigenossenschaft gegründet werden. Diese musste einheitlich für den gesamten Niedbereich zuständig sein. Die Gründung erfolgte im Jahre 1999. Allerdings ist die Genossenschaft in drei Bezirke aufgeteilt, somit behalten die Angelsportvereine: Hemmersdorf, Niedaltdorf und Siersburg ihre Selbstständigkeit. Die Nied ist von der Genossenschaft an die Vereine bis 30. Juni 2024 verpachtet worden.
Da die Fischwanderung durch den Umbau der Saar in eine Schifffahrtsstrasse an der Niedmündung, durch deren Gestaltung, nur eingeschränkt oder fast gar nicht möglich war, begann man diese im Jahre 1999 umzubauen. Somit ist die Wanderung der Fische von der Saar in die Nied wieder möglich. Ferner wurden im gleichen Jahr das Wehr an der Niedmühle in Eimersdorf und das Wehr am Siersburger Campingplatz so umgestaltet, dass auch hier eine problemlose Fischwanderung möglich ist. Ebenfalls soll das Wehr an der Wackenmühle in Hemmersdorf umgestaltet werden. Man erhofft sich durch die Umgestaltungsmaßnahmen, dass eines Tages auch wieder Lachse in der Nied zu finden sind.
Aufgrund der EG Richtlinie für Badegewässer wurde im Sommer des Jahres 1997, 1998 und 1999 bei sehr heißer Witterung und niedrigem Wasserstand ein Badeverbot für die Nied ausgesprochen. Dies hatte keine Auswirkungen auf den Fischbestand. Man konnte gefangene Niedfische bedenkenlos verzehren, da auch die festegestellten Keime im Wasser nicht über die Nahrungsmittelkette übertragen werden.
In der Generalversammlung im Januar 2002 wurde die Satzung dahingehend geändert, dass nun auch nicht in Hemmersdorf wohnende Angler in den Verein aufgenommen werden können. Dies war in sofern eine gute Entscheidung der Versammlung, da die Mitgliederzahl des Vereins rückläufig war, und nicht mehr allein durch die Neuzugänge der in Hemmersdorf wohnenden Angler aufgefangen werden konnten.
In der Generalversammlung im Januar 2004 wurde zugunsten der Jugendgruppe eine Satzungsänderung vorgenommen. Die Jungendlichen wurden ab diesem Zeitpunkt zu Vollmitgliedern des Vereins.
Die Fischerei an der Nied zu hegen und den Fischbestand weiter zu verbessern, ist stets die vornehmste Aufgabe des Vereins gewesen und wird es auch bleiben. Wir hoffen, dass es unseren auswärtigen Angelsportfreunden und uns, auch in Zukunft vergönnt sein wird, den Angelsport im Niedtal ausüben zu können.

 


ASV "Mittlere Nied" Hemmersdorf e.V., Bahnstr. 3, 66780 Hemmersdorf

 

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Letztes Update: 23.01.2017

ASV "Mittlere Nied" Hemmersdorf e.V.

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